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Rückblick und Ausblicke

02.05.11 (Allgemein)

Erinnern Sie sich noch? Vor etwa einem Jahr, so gegen Ende Februar 2010 forderte Westerwelle, damals der Parteivorsitzende der FDP und Vizekanzler, dass arbeitsunwillige Hartz-IV-Bezieher stärker zu fordern seien, die Santionen müssten erhöht werden und jedem sei ein Jobangebot zu machen.

Damals entgegnete der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages via „Saarbrücker Zeitung“, Stephan Articus, dass Arbeitsagenturen und Kommunen in den Jobcentern schon heute in großem Umfang öffentlich geförderte Beschäftigung anböten: „Dieses Volumen lässt sich vielleicht noch etwas erhöhen, aber nicht beliebig ausweiten“, unterstrich Articus damals.

Kaum ein Jahr später läuft die Debatte umgekehrt. Nicht auszuschließen, dass sich erneut die Richtung ändert. Wie auch immer, ist es da verwunderlich, dass der “Ein-Euro-Job” in den Augen der Öffentlichkeit kein besonders gutes Ansehen genießt?

Eher nicht.

Wir, die wir unabhängig von den Bocksprüngen der Politik, Beschäftigung im Rahmen von Ein-Euro-Jobs anbieten, bemühen uns nach Kräften aber wir sind in gewisser Weise machtlos, gegen die Medienpräsenz derer, die durch ihre Repressionsrabulistik den Anschein erwecken, das Instrument diene der Knechtung von Arbeitslosen.

Tut es nicht.

Wer bei uns und mit uns arbeitet, tut sinnvolle Dinge für die Gemeinschaft und wird zugleich individuell gefördert. Der  Ein-Euro-Job dient nicht nur der Produktion und Dienstleistung für einen “guten Zweck” , sondern auch dem Ein-Euro-Jobber. Arbeit ist das Eine, Zuwendung und individuelle Betreuung und Förderung das Andere.

Deswegen kostet das auch ein bißchen Geld. Rund 400 bis 500 EUR pro Platz und Monat. Davon stopfen wir uns als gemeinnütziger Verein nicht die Taschen voll, sondern davon zahlen wir Mieten, Nebenkosten, Material, Werkzeuge und Gehälter, Beiträge usw. und manchmal geht auch etwas kaput oder ein neues Projekt wird geplant, dann investieren wir auch.

Es geht auch günstiger: man kann Gehälter absenken, Betreuungsschlüssel verschlechtern, unsinnige Maßnahmen durchführen, die keinen Nutzen erbringen müssen, an den Stadtrand ziehen usw.

Das wollen wir aber nicht, deswegen bleiben wir hier und kämpfen. Solange es geht. Wenn der Kampf nicht mehr lohnt, hören wir auf.

Soweit ist es aber noch nicht. Noch muss man mit uns rechnen.

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